Sex, Drugs und Rock`n`Roll: Janis Joplin in San Francisco

Im Kalifornien der 60er Jahre avanciert die rebellische Texanerin zur Ikone des Weißen Blues

1961  ist San Francisco die aufregendste Stadt der Welt. Eine Spielwiese für eine ganze Generation experimentierfreudiger,  junger Amerikaner. Es sind die ersten goldenen Jahre der Hippie-Ära, und Menschen aus dem ganzen Land strömen in Kalifornien zusammen. Sie sitzen im Gras des Golden Gate Park, flechten sich Stirnbänder aus Gänseblümchen in die Haare und spielen Gitarre. Sie schreiben Gedichte und  malen psychedelische Bilder. Sie kiffen, fühlen sich jung, unsterblich und frei.
Der Golden Gate Park ist die große „fun area“ der Stadt, ihr exotisches Vergnügungszentrum. Fünf Kilometer lang, 800 Meter breit, größer als der Central Park in New York. Mit künstlichen Seen, Wasserfall, Polofeld und Fußballplatz, mit Büffelwiese und holländischer Windmühle. Noch kurieren nicht genügend harte Drogen, um die Stadtverwaltung zu beunruhigen. Im Gegenteil, die Hafenmetropole am Pazifik, schon immer tolerant und neuen Strömungen gegenüber aufgeschlossen, empfängt die Neuankömmlinge aus Texas, Minnesota und Ohio mit offenen Armen. Kalifornien ist nicht ohne Grund das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, hier darf jeder nach seinem eigenen „way of life“ glücklich werden.

Unter den Blumenkindern ist auch eine vielversprechende junge Sängerin aus Texas. Kein blondgelocktes Glamourgirl mit fett getuschtem Augenaufschlag, sondern ein eher pickeliges, pummeliges Mädchen mit wild wuchernder Mähne. Sie trägt Jeans und Männerhemden und singt in den Coffeeshops von North Beach. Ihre Stimme ist rau und kraftvoll.