Nutbush City: On the road to Tina Turner

Eine musikalische Tour durch Tennessee und Mississippi
von Bettina Winterfeld

Eine Kirche, eine Kneipe, eine Schule. Ein Klo im Freien. Am Highway 19 halten die Leute die Stadt sauber. Sie nennen sie Nutbush! Nutbush City Limits! “ Tina Turners kehlige Stimme schallt aus den Boxen des Mietautos. Nutbush City Limits! Yeah! Der Soundtrack unserer Jugend! Bald werden wir selbst dort sein – an der Stadtgrenze jenes kraftvoll besungenen, magischen Orts. Den es, wie wir vor kurzem entdeckt haben, tatsächlich gibt! Nur ein Fliegenschiss auf der Landkarte der Vereinigten Staaten, aber ein Landmark unserer musikalischen Sozialisierung.

Vor einer Woche erst sind wir in der flirrenden Jazzmetropole New Orleans – info – am Superdome vorbeigefahren, einer futuristischen Konzerthalle, in der die geborene Südstaatlerin und konvertierte Schweizerin noch vor kurzem ihre amerikanischen Fans zum Kochen brachte. Am Abend haben wir uns in den Clubs auf der legendären Frenchman Street dann selbst die Füße wundgetanzt. Eine Musikkneipe nach dem anderen, und überall Live-Bands. Wir schlenderten mit einem Bier von einem Gig zum nächsten und blieben zwischendrin immer wieder an den Straßenmusikern hängen. Nirgendwo sonst in Amerika darf man in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, und nirgendwo kann man so viele phantastische Jazz-, Rock und Bluesbands hören wie in der Musik-Metropole an der Mündung des Mississippi.